Liste • Erzähltechniken

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A

  • Achronologie – Nicht-lineare Erzählzeit (Zeitsprünge, Rückblenden, Vorausdeutungen).
  • Adressierung – Direkte Ansprache des Lesers/Zuschauers (z. B. durch einen Erzähler).
  • Allegorie – Symbolische Darstellung abstrakter Ideen (z. B. „Animal Farm“ als politische Allegorie).
  • Alliteration – Stilmittel mit gleichen Anlauten (z. B. „Milch macht müde Männer munter“).
  • Analepse (Rückblende) – Nachträgliche Einführung von Vergangenem.
  • Anachronismus – Bewusste oder unbewusste Zeitunrichtigkeit.
  • Auktorialer Erzähler – Allwissender Erzähler mit Überblick über die Handlung.

B

  • Binnenhandlung – Eine Erzählung innerhalb der Haupthandlung (z. B. Geschichten in „1001 Nacht“).
  • Bruch der vierten Wand – Direkte Ansprache des Publikums (z. B. in „House of Cards“).
  • Bildsprache – Verwendung von Metaphern, Symbolen und Vergleichen.

C

  • Chronotopos – Zeit-Raum-Gefüge einer Erzählung (nach Michail Bachtin).
  • Collage-Erzählung – Fragmentarische, montierte Erzählweise.
  • Comic Relief – Humorvolle Unterbrechung einer ernsten Szene.

D

  • Deutungsoffenheit – Mehrdeutige Erzählweise (z. B. bei Kafka).
  • Dialog – Gespräche zwischen Figuren zur Charakterisierung und Handlungsentwicklung.
  • Diegese – Die erzählte Welt (im Gegensatz zur extradiegetischen Ebene des Erzählers).
  • Dramatische Ironie – Der Leser weiß mehr als die Figur (z. B. in Tragödien).
  • Dystopie – Negative Zukunftsdarstellung als Erzähltechnik (z. B. „1984“).

E

  • Ekphrasis – Ausführliche Beschreibung eines Kunstwerks in der Erzählung.
  • Epistolarer Roman – Erzählung in Briefform (z. B. „Dracula“).
  • Epische Vorausdeutung – Hinweis auf zukünftige Ereignisse.
  • Erlebte Rede – Gedanken einer Figur in der 3. Person (z. B. „Er musste gehen. Sofort.“).
  • Erzählerbericht vs. Figurenrede – Unterscheidung zwischen Erzählerkommentar und direkter/indirekter Rede.

F

  • Fabel – Handlungsgerüst einer Geschichte.
  • Fiktionalitätssignal – Hinweise, dass es sich um Fiktion handelt (z. B. „Es war einmal…“).
  • Flashback / Flashforward – Zeitliche Sprünge in der Erzählung.
  • Fokalisierung – Perspektivische Begrenzung (intern/extern/zero nach Gérard Genette).
  • Frame-Erzählung – Rahmenhandlung mit Binnenerzählung (z. B. in „Frankenstein“).

G

  • Groteske – Übertriebene, bizarre Darstellung.
  • Gleichnis – Veranschaulichung durch Vergleich (z. B. biblische Gleichnisse).

H

  • Halbschatten-Erzählung – Unzuverlässiges Erzählen mit Andeutungen.
  • Hintergrundgeschichte (Backstory) – Informationen zur Vorgeschichte einer Figur.

I

  • Ich-Erzähler – Subjektive Perspektive einer Figur.
  • Innere Monologe – Ungefilterte Gedanken einer Figur (z. B. bei James Joyce).
  • Intertextualität – Bezugnahme auf andere Texte.
  • Ironie – Gegensätzliche Bedeutung von Gesagtem und Gemeintem.

J

  • Juxtaposition – Gegenüberstellung kontrastierender Elemente.

K

  • Kairos – Der „richtige Moment“ in der Erzählung.
  • Kameraauge-Erzählung – Neutrale, beobachtende Perspektive.
  • Klimax / Antiklimax – Steigerung oder Abfall der Spannung.
  • Kollektiver Erzähler – Mehrere Stimmen erzählen (z. B. in „Wir“ von Jewgeni Samjatin).

L

  • Leitmotiv – Wiederkehrendes symbolträchtiges Element.
  • Lyrisches Ich – Poetische Erzählstimme in Gedichten.

M

  • Metafiktion – Selbstreflexive Erzählung (z. B. „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ von Calvino).
  • Metapher / Metonymie – Bildhafte Sprache.
  • Mise en abyme – Spiegelung der Handlung in sich selbst (z. B. ein Bild im Bild).
  • Montage – Schnelle Wechsel zwischen Szenen oder Perspektiven.
  • Multiple Erzählperspektiven – Verschiedene Sichtweisen auf dieselbe Handlung.

N

  • Narrativität – Eigenschaft einer Erzählung, eine Geschichte zu formen.
  • Neologismen – Wortschöpfungen für besondere Effekte (z. B. in „Clockwork Orange“).
  • Nonlinearität – Nicht-chronologische Erzählweise.

O

  • Objektive Erzählperspektive – Neutraler, unparteiischer Erzähler.
  • Onomatopoesie – Lautmalerei (z. B. „Knistern“, „Zischen“).

P

  • Parallelmontage – Gleichzeitige Darstellung verschiedener Handlungsstränge.
  • Personaler Erzähler – Erzählung aus der Sicht einer Figur, aber in der 3. Person.
  • Prolog / Epilog – Einleitender oder abschließender Kommentar.
  • Prosopopöie – Personifikation unbelebter Dinge.

Q

  • Quasi-diegetische Elemente – Vermischung von Erzähl- und Realitätsebene (z. B. Fußnoten in „Jonathan Strange & Mr Norrell“).

R

  • Rahmenerzählung – Siehe Frame-Erzählung.
  • Redundanz – Wiederholung zur Betonung.
  • Retardierendes Moment – Verzögerung der Handlung zur Spannungssteigerung.

S

  • Show, don’t tell – Handlung durch Handlungen/Details zeigen statt erklären.
  • Stream of Consciousness – Ununterbrochener Gedankenfluss (z. B. bei Virginia Woolf).
  • Subtext – Nicht direkt ausgesprochene Bedeutungsebene.
  • Suspense – Gezielte Spannungserzeugung.
  • Symbolik – Bedeutungsaufgeladene Motive.

T

  • Tempuswechsel – Wechsel der Erzählzeit (z. B. zwischen Präsens und Präteritum).
  • Tiefenstruktur – Verborgenes Bedeutungssystem einer Erzählung.

U

  • Unzuverlässiger Erzähler – Erzähler, dessen Glaubwürdigkeit infrage steht (z. B. in „Fight Club“).

V

  • Verfremdungseffekt – Distanzierung des Publikums (z. B. bei Brecht).
  • Vorausdeutung (Prolepse) – Andeutung zukünftiger Ereignisse.

W

  • Wiederholung (Repetitio) – Stilmittel zur Betonung.
  • Wortspiel – Spielerischer Umgang mit Sprache.

Z

  • Zeitdeckung / Zeitraffung / Zeitdehnung – Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit.
  • Zweistimmigkeit – Gleichzeitiges Erzählen aus zwei Perspektiven (nach Bachtin).
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