Das Vorrationale ist die Dämmerung des Bewusstseins – nicht das Unvernünftige, sondern das Vorhergehende, das Noch-Nicht-Gesprochene im Denken. Dort, wo Begriffe schweigen, handelt etwas. Das Vorrationale: jenes Schweigen vor dem Gedanken, jener Schatten, der dem Licht der Vernunft vorausgeht.

„Nicht durch Worte wird gedacht, sondern durch das, was Worte erst nötig macht“ (Simone Weil).

Vernunft ruht auf Grund, den sie selbst nicht gelegt hat. Handeln, das als klug gilt, ist oft von etwas gelenkt, das sich nicht begründen lässt – nur erspüren.

Es geht nicht um Gegenvernunft, sondern um ihr Fundament. Was wir oft für rational halten, ist längst entschieden, lange bevor wir es denken.

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