Analyse ist das stille Zerlegen des Ganzen, ein Sezieren der Wirklichkeit, das Klarheit verheißt, aber auch Entzauberung birgt. In ihr liegt ein Drang zur Ordnung, doch selten ein Verlust.

„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, schrieb Schiller —

und doch spielt Analyse nicht, sie trennt. Sie enthüllt Strukturen, doch verliert dabei oft den Atem des Lebendigen. In ihrem Streben nach Verstehen erstarrt sie das, was fließt. Erkenntnis wird zum Fragment. Und doch: Ohne das Zergliedern bleibt das Ganze bloß Ahnung.