Arten der Designwahrnehmungen

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Visuelle Grundprinzipie

• Amnese-Effekt (Erinnerung verzerrt Wahrnehmung, z. B. Logos aus Kindheit)
• Binokulare Rivalität
(Konflikt bei unterschiedlichen Bildern pro Auge)
• Color-Coding
(Farben als Träger von Bedeutung, z. B. Rot = Warnung)
• Attentional Blink
(Übersehen von Reizen, wenn sie kurz nach einem anderen auftauchen)
• Cheerleader-Effekt
(Gruppen wirken attraktiver als Einzelpersonen)
• Flicker-Fusion
(Einzelbilder werden ab einer bestimmten Geschwindigkeit als Bewegung wahrgenommen, z. B. Film)

Gestaltpsychologische Effekte

• Durchgangseffekt (Objekt wird als durchgehend wahrgenommen, auch wenn unterbrochen)
• Eingeschlossenheit
(Flächen werden durch Linien als „umrandet“ interpretiert)
• Figur-Grund-Wahrnehmung
(Vordergrund/Hintergrund-Trennung, z. B. Rubin-Vase)
• Common Fate
(Elemente mit gleicher Bewegungsrichtung werden als Gruppe wahrgenommen)
• Symmetrie-Effekt
(Symmetrische Formen werden als harmonisch und „richtig“ empfunden)
• Good Continuation
(Linien werden als fließend fortgesetzt interpretiert, auch wenn sie unterbrochen sind)     

Kognitive Verzerrungen

• Gestalt-Gesetze (Nähe, Ähnlichkeit, Geschlossenheit)
• Halo-Effekt
(Schönes Design wird automatisch als kompetent wahrgenommen)
• Illusorische Konturen
(Linien „sehen“, die nicht existieren, z. B. Kanizsa-Dreieck)
• Bouba-Kiki-Effekt
(Runde Formen werden mit weichen Namen assoziiert, spitze mit harten)
• Confirmation Bias
(Bevorzugte Wahrnehmung von Dingen, die die Erwartung bestätigen)
• Serial Position Effect
(Anfang und Ende einer Liste/Reihe werden besser erinnert)    

Räumliche Täuschungen

• Jetzt-Effekt (Bewegung wird in statischen Bildern suggeriert, z. B. Op-Art)
• Kippbilder
(Mehrdeutige Wahrnehmung, z. B. Hasen-Enten-Kopf)
• Linear-Perspektive
(Tiefe durch konvergierende Linien)
• Akiyoshi-Illusion
(Statische Muster scheinen zu „atmen“ oder zu pulsieren)
• Barberpole-Illusion
(Bewegungsrichtung wird durch Form des Objekts verzerrt)
• Troxler-Effekt
(Fixierte Objekte verschwinden aus der Wahrnehmung)

Multisensorische Phänomene

• McGurk-Effekt (Visuelle Reize beeinflussen Hören, z. B. Lippenlesen)
• Neon-Farbausbreitung
(Farben „fließen“ über Grenzen hinaus)
• Oberflächentextur
(Taktile Erwartung durch visuelle Hinweise)
• Stroop-Effekt
(Konflikt zwischen Farbname und -darstellung, z. B. „Rot“ in grüner Schrift)
• Ventriloquism-Effekt
(Ton wird fälschlich der visuellen Quelle zugeordnet, z. B. Puppe „spricht“)
• Crossmodale Wahrnehmung
(Kombination von Sinnesreizen, z. B. hohe Töne = helle Farben)          

Emotionale & Subjektive Effekte

• Pareidolie (Gesichter in abstrakten Mustern erkennen, z. B. Mondgesicht)
• Qualia-Problem
(Individuelle Farbwahrnehmung, z. B. „Ist mein Rot dein Rot?“)
• Retrograde Anpassung
(Bekannte Marken werden selbst bei schlechter Gestaltung erkannt)
• Exposure-Effekt
(Bekannte Dinge werden positiver bewertet)
• Faces-in-the-clouds-Phänomen
(Unterform der Pareidolie: Gesichter in Naturformen)
• Hick-Hyman-Gesetz
(Entscheidungszeit steigt mit Anzahl der Optionen)

Kulturelle Prägung

• Semiotische Wahrnehmung (Zeichen werden kulturabhängig gelesen, z. B. Weiß = Trauer/Weste)
• Top-down-Verarbeitung
(Erwartungen lenken Wahrnehmung, z. B. Schrift in fremder Sprache „sehen“)
• Framing-Effekt
(Wahrnehmung ändert sich durch Darstellungskontext)
• Cultural Priming
(Kulturelle Symbole lösen unterschiedliche Assoziationen aus)
• Sapir-Whorf-Hypothese
(Sprache beeinflusst Wahrnehmung, z. B. Farbbegriffe)

Technologiebedingt

• Unschärfe-Adaption (Unscharfe Bilder werden als „normal“ empfunden, z. B. bei VR)
• Visuelle Metaphern (Digital: „Ordner“-Symbol für Speicher)
• Skeuomorphismus (Digitale Elemente imitieren reale Objekte, z. B. Notizblock-Icon)
• Midas-Touch-Problem (Unbeabsichtigte Interaktionen durch Berührungsempfindlichkeit)
• Uncanny Valley (Abneigung gegen fast-realistische Avatare/Roboter)

Abstrakte Phänomene

• Wahrnehmungsgewicht (Elemente werden als „schwerer“ empfunden, z. B. dunkle Farben)
• Xenographie (Fremdartige Formen lösen Abwehr oder Faszination aus)
• Yin-Yang-Effekt (Ausgleich von Gegensätzen wird als harmonisch empfunden)
• Zeitliche Integration (Bewegungswahrnehmung aus Einzelbildern, z. B. Animation)
• Ganzfeld-Effekt (Homogene Flächen lösen Halluzinationen aus)
• Law of Prägnanz (Wahrnehmung vereinfacht komplexe Muster zur „guten Gestalt“)
• Occlusion-Interpretation (Verdeckte Objekte werden als ganzheitlich wahrgenommen)

Besondere Nischenphänomene

• Hermann-Gitter (Scheinbare graue Punkte an Kreuzungen weißer Linien)
• Mach-Bänder (Kontrastverstärkung an Kanten führt zu illusorischen Helligkeitsunterschieden)
• Shepard-Ton-Illusion (Endlos steigender/fallender Ton durch überlagerte Frequenzen)

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