Rasterfrequenz

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Ein Druckraster ist ein systematisch angeordnetes Punktemuster, das bei der Wiedergabe von Halbtönen im Druck verwendet wird. Da Druckmaschinen technisch keine echten Graustufen drucken können, wird die Illusion von Helligkeit durch unterschiedlich große oder unterschiedlich angeordnete Rasterpunkte erzeugt. Dieses Verfahren ist die Grundlage aller klassischen Drucktechniken – vom Zeitungsdruck bis zum hochwertigen Offsetdruck.

Grundbegriffe im Überblick

BegriffBedeutung
RasterfrequenzAnzahl der Rasterpunkte pro Längeneinheit (meist Linien pro Zoll: lpi)
RasterweiteSynonym für Rasterfrequenz (je nach Region)
RasterwinkelDer Drehwinkel des Rasters für jede Farbe im Mehrfarbendruck
RasterpunktKleinster darstellbarer Punkt des Rasters
RasterzelleEinheit, in der ein Rasterpunkt platziert wird
Amplitude Modulation (AM)Raster mit variabler Punktgröße, aber fester Anordnung
Frequency Modulation (FM)Raster mit fester Punktgröße, aber variabler Dichte

Die Maßeinheit: lpi und dpi

  • lpi (lines per inch) = Liniendichte (Linien pro Zoll)
    → Maß für Rasterfrequenz
    Beispiel: 60 lpi, 100 lpi, 150 lpi, 300 lpi
  • dpi (dots per inch) = Punktdichte (Punkte pro Zoll)
    → Maß für die Bildauflösung

Wichtig: dpi ≠ lpi, aber sie hängen zusammen:

Faustregel:
dpi = lpi * 2 bis 2,5

Beispiel:
Für ein Druckraster mit 150 lpi wird eine Bildauflösung von 300 bis 375 dpi empfohlen.

Rasterarten im Überblick

Autotypischer Raster (AM-Raster)

  • Klassisches Raster
  • Punkte stehen regelmäßig in einem Gitter
  • Größe der Punkte variiert je nach Tonwert
  • Beispiel: Offsetdruck, Zeitungsdruck

FM-Raster (Frequenzmodulierter Raster)

  • Punkte sind gleich groß, aber unregelmäßig verteilt
  • Helle Bereiche: wenige Punkte
  • Dunkle Bereiche: viele Punkte
  • Vorteil: feinere Detailzeichnung, keine Moirés

Hybride Raster

  • Kombination aus AM- und FM-Raster
  • In Lichtern und Tiefen FM, in Mitteltönen AM
  • Ziel: beste Detailwiedergabe und gute Tonwertverläufe

Typische Rasterfrequenzen nach Medium

MediumRasterfrequenz (lpi)Bemerkung
Zeitungsdruck60 – 85 lpigrobes Raster, saugendes Papier
Magazin-Offsetdruck100 – 150 lpimittlere bis hohe Qualität
Kunstdruck (Kataloge)175 – 200 lpisehr feines Raster
Kunstdruckpapier (Bilder)250 – 300 lpifür feinste Detailwiedergabe
Siebdruck, Flexodruck30 – 80 lpiabhängig vom Material
Digitaldruckkein klassisches RasterSimulation durch Halbtöne

Praxis: Rasterfrequenz richtig wählen

Die Auswahl der Rasterfrequenz hängt ab von:

  1. Papierqualität
    • Grobes Papier (Zeitung): niedrige Rasterfrequenz
    • Gestrichenes Papier: höhere Frequenz möglich
  2. Druckverfahren
    • Offsetdruck: 100–200 lpi
    • Flexodruck: meist 48–80 lpi
  3. Bildauflösung
    • dpi mindestens das 2-fache der lpi
    • Beispiel: 150 lpi → Bildauflösung 300 dpi
  4. Motivart
    • Detailreiche Motive: feines Raster
    • Flächenhafte Motive: grober Raster reicht

Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Umrechnung lpi → empfohlene dpi

Rasterfrequenz: 150 lpi
Empfohlene Bildauflösung:
150 * 2 = 300 dpi
150 * 2,5 = 375 dpi
→ Für hohe Qualität: Bildauflösung 300–375 dpi

Beispiel 2: Optimales Bildformat für ein A4-Druckbild

  • A4 = 21 × 29,7 cm
  • Rasterfrequenz: 150 lpi
  • dpi: 150 * 2 = 300 dpi

Umrechnung in Pixel:

Breite: (21 / 2,54) * 300 = 8,27 * 300 = 2480 px
Höhe: (29,7 / 2,54) * 300 = 11,69 * 300 = 3508 px

Bildformat: 2480 × 3508 px

Beispiel 3: Bild für Zeitungsdruck vorbereiten

  • Zielmedium: Tageszeitung
  • Rasterfrequenz: 85 lpi
  • Empfohlene Auflösung: 85 * 2 = 170 dpi

Bildgröße: 10 × 15 cm

Pixelmaße:
Breite: (10 / 2,54) * 170 = 669 px
Höhe: (15 / 2,54) * 170 = 1004 px

Typische Probleme und Fehler

  • Moiré-Effekte: Interferenzmuster bei falschem Rasterwinkel oder ungeeigneten Vorlagen
  • Zu hohe Auflösung: unnötig große Dateien ohne Qualitätsgewinn
  • Zu niedrige Auflösung: sichtbare Rasterpunkte, unscharfe Druckbilder
  • Falscher Rasterwinkel im Vierfarbdruck (CMYK): beeinträchtigt Bildqualität

Rasterwinkel im Mehrfarbendruck (CMYK)

Für saubere Farbmischung ohne Moirés werden die Raster unter verschiedenen Winkeln angelegt:

FarbeRasterwinkel
Cyan15°
Magenta75°
Gelb0° oder 90°
Schwarz45°

→ Das ergibt das klassische Rosettenmuster.

Zentrales Element der Druckvorstufe

Die Rasterfrequenz ist ein zentrales Element der Druckvorstufe. Sie beeinflusst die Bildqualität, den Detailgrad und die Dateigröße. Wer mit lpi, dpi, Rasterarten und Bildauflösungen umgehen kann, stellt sicher, dass gedruckte Bilder scharf, klar und professionell erscheinen. Die richtige Auswahl der Rasterfrequenz ist keine reine Technik – sie ist auch ein kreativer Teil des Layoutprozesses.

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