Neuner-System

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Das Neuner-System ist eine vergleichsweise einfache Methode zur Konstruktion des Satzspiegels, die sich besonders für Einsteiger und praxisorientierte Anwendungen eignet. Sie basiert auf einer Unterteilung der Seite in neun gleich große Felder – drei Spalten in der Breite und drei Reihen in der Höhe, wodurch ein 3×3-Raster entsteht.

Vorgehensweise der Konstruktion

  1. Ausgangspunkt ist die gesamte Seite als Rechteck.
  2. Diese Fläche wird sowohl horizontal als auch vertikal in drei gleich große Abschnitte geteilt.
  3. Der Satzspiegel nimmt das zentrale Feld von 2×2 Blöcken ein.
  4. Die verbleibenden Felder an den Rändern bilden die Stege:
    • Kopfstege und Fußstege ergeben sich aus der Teilung der Höhe.
    • Bundsteg (innen) und Außensteg (außen) ergeben sich aus der Teilung der Breite.

Typische Proportion

Die entstehenden Ränder orientieren sich an der klassischen Regel 2 : 3 : 4 : 6:

  • Bundsteg (innen) = 2 Teile
  • Kopfsteg (oben) = 3 Teile
  • Außensteg = 4 Teile
  • Fußsteg (unten) = 6 Teile

Damit wird eine Seite geschaffen, die nach traditionellen Proportionslehren unten und außen großzügiger gestaltet ist – was nicht nur optisch harmonisch wirkt, sondern auch den praktischen Bedürfnissen des Lesens entspricht.

Ergebnis

  • Der Satzspiegel ist symmetrisch und einfach zu konstruieren.
  • Das Seitenbild wirkt klar und ausgewogen, auch ohne komplizierte geometrische Verfahren.
  • Durch die relativ großen Außen- und Fußstege bleibt genügend Raum für Marginalien, Seitennummern oder Fußnoten.

Bedeutung:
Das Neuner-System ist zwar weniger raffiniert als der Van de Graaf-Kanon, aber es bietet einen didaktisch nachvollziehbaren Zugang zur Satzspiegelkonstruktion. Es wird vor allem dort genutzt, wo praktische Anwendung und schnelle Orientierung wichtiger sind als exakte historische Rekonstruktion.


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