Vom ER-Modell zur relationalen Datenbank

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Das ER-Modell ist ein konzeptuelles Werkzeug — es beschreibt die Struktur von Daten, ohne festzulegen, wie diese konkret gespeichert werden. In der Praxis werden Daten jedoch meist in relationalen Datenbanken gespeichert, die auf dem Tabellenmodell basieren. Der Übergang vom ER-Modell zur Datenbank nennt sich Transformation oder Mapping.

Die grundlegenden Regeln dieses Übergangs sind gut handhabbar:

Entitätstypen werden zu Tabellen

Jeder Entitätstyp wird zu einer eigenen Tabelle. Die Attribute des Entitätstyps werden zu Spalten der Tabelle. Das Schlüsselattribut wird zum Primärschlüssel der Tabelle.

Beispiel: Entität → Tabelle

Der Entitätstyp „Student“ mit Attributen {MatrNr, Vorname, Nachname, E-Mail} ergibt:

MatrNr (PK)VornameNachnameE-Mail
123456AnnaMüllera.mueller@uni.de
234567BenSchmidtb.schmidt@uni.de
345678ClaraWeberc.weber@uni.de

1:N-Beziehungen: Fremdschlüssel

Bei einer 1:N-Beziehung wird der Schlüssel der „Eins“-Seite als Fremdschlüssel in die Tabelle der „Viele“-Seite aufgenommen. Ein Fremdschlüssel ist eine Spalte, die auf den Primärschlüssel einer anderen Tabelle verweist und so die Verbindung herstellt.

Beispiel: Professor hält Vorlesungen (1:N)

Tabelle Vorlesung erhält den Fremdschlüssel ProfNr:

VorlNr (PK)TitelSWSProfNr (FK)
5001Datenbanken4101
5002Algorithmen4102
5003Betriebssysteme2101

Professor 101 hält zwei Vorlesungen; Professor 102 hält eine. Der Fremdschlüssel ProfNr verweist auf die Tabelle Professor.

M:N-Beziehungen: Verknüpfungstabelle

Eine M:N-Beziehung lässt sich in einer relationalen Datenbank nicht direkt durch einen Fremdschlüssel abbilden. Stattdessen wird eine eigene Verknüpfungstabelle (auch: Relationentabelle oder Zwischentabelle) angelegt, die die Primärschlüssel beider beteiligten Tabellen als Fremdschlüssel enthält.

Beispiel: Student belegt Vorlesung (M:N)

Die Verknüpfungstabelle belegt enthält je einen Fremdschlüssel auf Student und Vorlesung:

MatrNr (FK)VorlNr (FK)Note
12345650011.7
12345650022.3
23456750012.0
34567850031.3

Anna Müller (123456) belegt zwei Vorlesungen; die Vorlesung 5001 wird von zwei Studierenden besucht. Beachten Sie: Die Tabelle kann auch eigene Attribute der Beziehung enthalten — hier die Note.

Wir sehen an diesem Beispiel sehr gut, wie das ER-Modell als Blaupause dient: Aus dem konzeptuellen Modell lässt sich die konkrete Tabellenstruktur der Datenbank direkt ableiten.

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