Metadaten und Dokumentenstruktur

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Was sind Metadaten?

Im Zusammenhang mit medienneutralen Daten fällt häufig der Begriff Metadaten. Meta kommt aus dem Griechischen und bedeutet „über“ oder „jenseits von“. Metadaten sind also Daten über Daten – Informationen, die einen Inhalt beschreiben, ohne selbst der eigentliche Inhalt zu sein.

Ein einfaches Bild hat beispielsweise folgende Metadaten: Dateiname, Dateigröße, Aufnahmedatum, Auflösung (DPI), Farbprofil, Aufnahmeort (GPS-Koordinaten), Kameramodell. All diese Informationen beschreiben das Bild, sind aber nicht das Bild selbst.

Für die Medienproduktion sind Metadaten aus mehreren Gründen wichtig: Sie ermöglichen die automatische Sortierung und das Auffinden von Inhalten, sie beschreiben, für welche Zwecke ein Inhalt verwendet werden darf (Lizenzinformationen), und sie steuern, wie ein Inhalt in verschiedenen Medien ausgespielt wird.

Beispiel: Bildarchiv einer Agentur
Eine Werbeagentur verwaltet ein Bildarchiv mit 50.000 Fotografien. Ohne strukturierte Metadaten müsste jedes Bild manuell gesucht werden. Mit einem Metadaten-System (z. B. Adobe Bridge oder ein Digital-Asset-Management-System) können Bilder nach Motiv, Fotograf, Lizenz, Auflösung oder Entstehungsdatum gefiltert werden. Ein Mitarbeiter sucht alle Bilder mit Auflösung über 300 DPI, lizenziert für kommerzielle Nutzung, aufgenommen zwischen 2022 und 2024. Das System liefert das Ergebnis in Sekunden – dank strukturierter Metadaten.

Metadaten-Standards in der Medienproduktion

In der professionellen Medienproduktion gibt es standardisierte Formate für Metadaten. Die wichtigsten sind:

  • IPTC (International Press Telecommunications Council): Standard für Bild- und Nachrichtenmetadaten. IPTC-Felder werden in Bilddateien eingebettet und enthalten Angaben zu Titel, Beschreibung, Fotograf, Copyright und Schlagwörtern.
  • XMP (Extensible Metadata Platform): Von Adobe entwickelter, auf XML basierender Metadaten-Standard. XMP wird in PDF-, JPEG-, TIFF- und InDesign-Dateien gespeichert und ist sehr flexibel.
  • EXIF (Exchangeable Image File Format): Technische Metadaten, die Kameras automatisch in Fotodateien speichern: Belichtungszeit, Blende, ISO, GPS-Koordinaten.

Dokumentenstruktur: Inhalte logisch gliedern

Medienneutrale Daten sind nicht nur neutral gegenüber dem Ausgabemedium, sondern auch logisch strukturiert. Das bedeutet: Die Struktur eines Dokuments – Überschriften, Unterüberschriften, Absätze, Listen, Tabellen – wird explizit definiert, nicht visuell angedeutet.

In einer Word-Datei kann eine große, fette Schrift visuell wie eine Überschrift aussehen, ohne es semantisch zu sein. In einer XML-Datei ist eine Überschrift eindeutig als <heading> oder <h1> definiert. Diese semantische Auszeichnung ist der entscheidende Unterschied.

Eine klare Dokumentenstruktur ist die Voraussetzung dafür, dass automatisierte Prozesse wie InDesign Data Merge oder XSLT-Transformationen korrekt funktionieren. Wenn die Daten nicht klar strukturiert sind, kann die Software nicht wissen, was Titel, Preis oder Beschreibung ist.

Übersicht

BegriffBedeutungBeispiel
MetadatenDaten, die andere Daten beschreibenAufnahmedatum, Auflösung, Fotograf
IPTCStandard für Nachrichten- und BildmetadatenSchlagwörter, Copyright-Hinweis in Bilddateien
XMPFlexible XML-basierte Metadatenplattform (Adobe)Eingebettete Metadaten in PDF und InDesign
EXIFTechnische KamerametadatenBelichtungszeit, GPS-Standort
Semantische AuszeichnungLogische Benennung von Inhaltselementen<heading>, <price>, <description> in XML

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