Medienneutrale Daten und Datenbanken: der Zusammenhang

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Datenbanken und medienneutrale Datenhaltung sind eng miteinander verbunden.

Viele professionelle Publishing-Systeme speichern ihre Inhalte intern in relationalen Datenbanken – also Systemen, die mit SQL arbeiten. WordPress nutzt MySQL, TYPO3 nutzt MySQL oder MariaDB, SAP-Systeme nutzen eigene Datenbankserver. Die medienneutralen Inhalte liegen dort als Datenbankeinträge vor – strukturiert, abfragbar und vielfach verwendbar.

Der Unterschied zur rein technischen Datenbankperspektive liegt im Fokus: Während SQL sich mit der Abfrage und Verwaltung von Daten beschäftigt, beschäftigt sich das Konzept der medienneutralen Datenhaltung mit der inhaltlichen Struktur und der medienübergreifenden Verwertbarkeit.

SQL und medienneutrale Daten
SQL ist das Werkzeug, mit dem man auf eine Datenbank zugreift. Medienneutrale Datenhaltung ist das Konzept, das beschreibt, wie Inhalte in dieser Datenbank (oder einer XML-Datei) so strukturiert werden, dass sie für mehrere Medien verwendbar sind. Beides ergänzt sich.

Redaktionssysteme als Anwendungsfall

Professionelle Redaktionssysteme (auch Editorial Management Systeme oder Publishing Systems genannt) sind die praktische Umsetzung medienneutraler Datenhaltung in Medienbetrieben. Sie ermöglichen:

  • Mehrere Redakteure können gleichzeitig an verschiedenen Inhalten arbeiten.
  • Inhalte werden zentral gespeichert und sind für alle Ausgabekanäle verfügbar.
  • Versionen werden verwaltet – es ist jederzeit nachvollziehbar, wer was geändert hat.
  • Workflows (Schreiben, Redigieren, Freigeben, Veröffentlichen) werden abgebildet.
  • Die Ausgabe erfolgt medienspezifisch: Print, Web, App, Archiv.

Bekannte Redaktionssysteme in der Printbranche sind beispielsweise K4 (für Zeitschriften und Zeitungen, in Verbindung mit InDesign), Woodwing Studio oder Intelligent Content Solutions (ICS). Im Web-Publishing-Bereich sind WordPress und TYPO3 die verbreitetsten Systeme.

Digital Asset Management (DAM)

Digital Asset Management (DAM) ist eine Kategorie von Softwaresystemen, die speziell für die Verwaltung digitaler Medienobjekte – Bilder, Videos, Grafiken, Audiodateien – entwickelt wurde. DAM-Systeme sind die konsequente Anwendung medienneutraler Datenhaltung auf Mediendateien.

In einem DAM-System werden alle Assets mit strukturierten Metadaten versehen: Dateityp, Auflösung, Farbraum, Lizenzstatus, Verwendungszweck, Schlagwörter, Freigabestatus. Die Assets können dann medienspezifisch abgerufen und ausgespielt werden.

Beispiel: DAM-System in einem Verlagshaus
Ein Buchverlag mit 200 Mitarbeitern verwaltet sein gesamtes Bild- und Grafikmaterial in einem DAM-System. Wenn ein Layouter ein Bild für den Umschlag eines neuen Buches benötigt, sucht er im DAM nach Bildern mit mindestens 300 DPI, im CMYK-Farbraum und mit der Lizenz „Print unbegrenzt“. Derselbe Verlag nutzt das DAM auch für seine Website: Das System liefert automatisch eine verkleinerte RGB-Version derselben Bilder für den Online-Einsatz. Ein Bild, zwei Ausgaben – dank medienneutraler Datenhaltung.

Übersicht

System/KonzeptBeschreibungBezug zu medienneutralen Daten
SQL-DatenbankRelationale Datenbank, abgefragt über SQLSpeichert medienneutrale Inhalte intern; z. B. WordPress-Datenbank
RedaktionssystemSoftware zur Inhaltsverwaltung in MedienbetriebenZentraler Speicherort für medienneutrale Inhalte, mehrere Ausgaben
DAM-SystemVerwaltung von Bild-, Video- und Grafikdateien mit MetadatenMedienassets werden medienneutral verwaltet und kanalspezifisch ausgespielt
CMSContent-Management-System für Web-PublishingSpeichert Inhalte in Datenbanken, gibt sie in mehreren Formaten aus
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