13.–14. Jh.

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1200 und die hochgestreckte Gotik

Die Gotik bricht mit den Rundungen der Karolingischen Minuskel. Hochgestreckte Spitzbögen und scharfe Ecken prägen den Stil – in Architektur wie auch in der Schrift. Die Betonung der Vertikalen spiegelt den gotischen Kathedralbau wider und führt zu einer völlig neuen Schriftform: der Gotischen Schrift, Vorläuferin der gebrochenen Schriften.

Gutenberg nutzte später die Textura, eine Variante der Gotik, für seine berühmte 42-zeilige Bibel. Aus ihr entwickelten sich die Fraktur und die Schwabacher, die die deutsche Schriftgeschichte entscheidend prägten. Während die Schwabacher lange Zeit populär blieb, setzte sich schließlich durch Luthers Bibelübersetzung die Fraktur durch.

1400 und der Beginn der Renaissance

Mit der Renaissance begann die bewusste Rückbesinnung auf die Antike. Um 1400 schufen italienische Mönche in der Frührenaissance die Humanistische Minuskel, auch Antiqua genannt. Sie verband das Großbuchstabenalphabet der Römischen Kapitalis mit dem Kleinbuchstabenalphabet der Karolingischen Minuskel – erstmals wurden beide Alphabete klar unterschieden.

Parallel entstand die Humanistische Kursive, veröffentlicht 1423 von Niccolò Niccoli. Die Gotische Schrift lebte jedoch in der Rundgotischen Schrift noch weiter.


Gotik: https://de.wikipedia.org/wiki/Gotik
Gotico-Antiqua: https://de.wikipedia.org/wiki/Gotico-Antiqua
Antiqua: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua
Schriftgeschichte: https://www.adfontes.uzh.ch/tutorium/schriften-lesen/schriftgeschichte

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