Traditionelle Maßsysteme

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Das Didot-System

Das Didot-System, benannt nach dem französischen Schriftgießer François-Ambroise Didot (1730-1804), etablierte sich als europäischer Standard. Didot definierte den typografischen Punkt neu als 1/72 des französischen Königsfußes, was etwa 0,376 mm entspricht.

Struktureller Aufbau des Didot-Systems:

  • 1 Punkt Didot = 0,376065 mm
  • 12 Punkte = 1 Cicero = 4,513 mm
  • 1 Konkordanz = 4 Cicero = 48 Punkte

Das Didot-System zeichnet sich durch seine mathematische Klarheit aus. Die Basis-12-Struktur (duodezimal) ermöglichte einfache Teilungen und Multiplikationen, was in der handwerklichen Praxis des Bleisatzes von enormem Vorteil war.

Das Anglo-Amerikanische System (Pica-Point)

Das anglo-amerikanische System entwickelte sich unabhängig und basiert auf einer anderen Definition des Punktes. Der Pica-Punkt wurde als 1/72,27 Zoll definiert, was etwa 0,351 mm entspricht.

Struktureller Aufbau des Anglo-Amerikanischen Systems:

  • 1 Point = 0,35146 mm
  • 12 Points = 1 Pica = 4,2175 mm
  • 6 Pica = 1 Inch (Zoll)

Die Verbindung zum Zoll-System machte dieses Maßsystem in englischsprachigen Ländern praktisch handhabbar, führte jedoch zu Inkompatibilitäten mit kontinentaleuropäischen Standards.

Deutsche Maßsysteme

Deutschland verwendete historisch verschiedene regionale Systeme, bevor sich das Didot-System durchsetzte. Besonders erwähnenswert ist das Augsburger System, das eine eigene Punktdefinition verwendete und erst im 20. Jahrhundert vollständig vom Didot-System verdrängt wurde.

Die deutsche Typografie-Industrie spielte eine entscheidende Rolle bei der Standardisierung europäischer Maßsysteme, insbesondere durch die Arbeiten von Berthold, Monotype und anderen Schriftgießereien.

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