8.–11. Jh.

Geschätzte Lektüre: 2 Minuten 331 Ansichten

800 und die Karolingische Minuskel

Unter Karl dem Großen entsteht um 800 die Karolingische Minuskel, eine gut lesbare Rundbogenschrift mit ausgewogenem Schriftduktus auf hohem typografischem Niveau. Erstmals wird eine einheitliche Schrift im gesamten Reich eingeführt, von den Herrschern befohlen und von den Geistlichen umgesetzt. Die Karolingische Minuskel spiegelt damit den politischen Anspruch der Kaiser wider: Schrift wird erstmals gezielt zu politischen Zwecken eingesetzt.

Als Basis dienten die Halbunziale und die römische Kursive. Versalien gab es zunächst nicht; bei Bedarf wurden sie aus der Quadrata, Rustica oder Unziale übernommen. Die Karolingische Minuskel bildet die Grundlage für die Humanistische Antiqua der Renaissance.

1000 und die Romanik

Um 1000 wandelt sich der Stil der Karolingischen Minuskel zur Romanik. Der romanische Kunststil erreicht im 12. Jahrhundert seine Blüte, sichtbar noch heute an zahlreichen Kirchenbauten in Europa. Charakteristisch sind wuchtige Türme, Rundbögen und ornamental verzierte Fassaden – berühmte Beispiele sind die Dome zu Speyer, Worms und Mainz. Die Bauwerke werden höher, die Schrift steiler. Auch die Karolingische Minuskel passt sich dieser Stiländerung an und entwickelt sich weiter bis hin zur gotischen Form.


Karolingische Minuskel: https://www.adfontes.uzh.ch/tutorium/schriften-lesen/schriftgeschichte/karolingische-minuskel/
Karolingische Minuskel: https://de.wikipedia.org/wiki/Karolingische_Minuskel

Dieses Dokument teilen

8.–11. Jh.

Oder Link kopieren

INHALT

Abonnieren

×
Cancel