Ausrichtung

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Die horizontale Platzierung von Textzeilen wird als Ausrichtung bezeichnet. Sie beeinflusst Lesbarkeit und Ästhetik und unterliegt je nach Typ unterschiedlichen Gestaltungsregeln. Man unterscheidet sechs Ausrichtungen: linksbündig, rechtsbündig, zentriert, Blocksatz, freier Satz und Formsatz.

Links- und rechtsbündig
Linksbündiger Text besitzt einen geraden linken Rand, während der rechte Rand unregelmäßig („flatternd“) ist. Er wirkt dynamisch und eignet sich besonders für schmale Spalten, um unschöne Lücken im Blocksatz zu vermeiden.
Rechtsbündiger Text ist aufgrund unserer Leserichtung (links nach rechts) weniger geeignet für längere Passagen. Er wird meist nur für kurze Texte wie Zitate verwendet.

Zentrierter Satz (Mittelachsensatz)
Beim zentrierten Satz verläuft die Mittelachse jeder Zeile durch eine gemeinsame Linie. Beide Ränder sind unregelmäßig. Diese Ausrichtung eignet sich für kurze, dekorative Texte wie Gedichte oder Einladungen.

Blocksatz
Beim Blocksatz sind beide Ränder bündig, alle Zeilen haben die gleiche Länge. Er wirkt ruhig und formal, erfordert jedoch oft Silbentrennung und manuelle Nachbearbeitung, um ungleichmäßige Wortabstände zu vermeiden. Er eignet sich für längere Texte.

Freier Satz und Formsatz
Beim freien Satz wird jede Zeile individuell platziert, um einen harmonischen Gesamteindruck zu erzielen.
Formsatz formt den Text in eine bestimmte Figur (z.B. ein Symbol). Beide Varianten sind aufwendig und nur für spezielle Anlässe geeignet.

Flattersatz vs. Rausatz
Ein optisch ansprechender Flattersatz erfordert einen großen, rhythmischen Flatterbereich. Standardeinstellungen in Layoutprogrammen erzeugen hingegen oft „Rausatz“ mit unharmonischen, treppenartigen Zeilenenden. Echter Flattersatz erfordert manuelle Nachbearbeitung.

Silbentrennzone in InDesign und XPress
Die Silbentrennzone definiert, wie stark der Text flattert. Eine größere Zone führt zu mehr Unregelmäßigkeit, garantiert aber keinen ästhetischen Rand. InDesigns „Flattersatzausgleich“ gleicht vor allem Zeilenlängen in Überschriften an.

Treppenbildung im Flattersatz

Die Treppenbildung bezeichnet das stufenartige Erscheinungsbild am Satzrand, wenn aufeinanderfolgende Zeilen im Flattersatz regelmäßig kürzer oder länger werden. Dadurch entsteht eine optische Treppe, die den Lesefluss stört und das Auge vom Textinhalt ablenkt. Sie gilt als typografischer Fehler, da ein harmonischer Flattersatz lebendig, aber unregelmäßig wirken sollte. Ursache sind meist gleichmäßige Wortlängen oder mangelhafte Silbentrennung. Durch sorgfältige Trennung, Feinsatz und leichte Anpassung der Laufweite lässt sich Treppenbildung vermeiden und ein ruhiges, ausgewogenes Satzbild erzielen.


Schreibrichtung: https://de.wikipedia.org/wiki/Schreibrichtung
Schriftlinie: https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftlinie
Satzspiegel: https://de.wikipedia.org/wiki/Satzspiegel

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