19. Jh. – Jugendstil und serifenlose Schriften

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1880 und der Jugendstil

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Jugendstil seine Blüte, die bis ins frühe 20. Jahrhundert anhielt. Der Begriff stammt von der Münchner Zeitschrift Die Jugend, die Wurzeln der Bewegung liegen jedoch in England. Dort gilt William Morris als Begründer, der gotische und barocke Elemente mit japanischen und orientalischen Einflüssen verband.

Der Jugendstil erfasste nahezu alle Kunstgattungen und entstand als Protest gegen Vereinheitlichung und Normierung. Typisch sind geschwungene, pflanzenhafte Linien, inspiriert von der Natur. Diese Formensprache spiegelt sich auch in den Schriften wider: kräftig, geschwungen und stark variierend in der Linienstärke. Berühmte Beispiele sind die Eckmann von Otto Eckmann (1865–1902), dessen Leitmotiv der Schwan zum Symbol des Jugendstils wurde, sowie die Arnold Böcklin des Schweizer Künstlers gleichen Namens.

1900, die Times und die serifenlosen Schriften

Jede Stilrichtung ruft eine Gegenbewegung hervor. Nach der Strenge des Klassizismus und dem verspielten Jugendstil wandte man sich im frühen 20. Jahrhundert wieder typografisch klaren, anspruchsvollen Arbeiten zu. Klassiker wie Baskerville, Bodoni und Bembo wurden neu entdeckt und überarbeitet.

Die bedeutendste Neuschöpfung dieser Zeit war die Times, entwickelt von Stanley Morison im Auftrag der Londoner Zeitung The Times. 1932 erschien die erste Ausgabe mit der neuen, bis heute einflussreichen Barock-Antiqua.

Parallel hielten die serifenlosen Schriften Einzug. Als Geburtsjahr gilt 1898 mit der Akzidenz-Grotesk, hervorgegangen aus Vorläufern wie der Royal-Grotesk von Ferdinand Theinhardt. Herausgegeben von der Berliner Schriftgießerei Berthold, wurde sie zur Wegbereiterin zahlreicher späterer Klassiker, darunter Helvetica und Univers.


Jugendstil: https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstil
Times New Roman:
https://de.wikipedia.org/wiki/Times_New_Roman
Arnold Böcklin (Schriftart): https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_B%C3%B6cklin_(Schriftart)

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