Kapitälchen

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Eine der elegantesten Auszeichnungen innerhalb einer Schriftfamilie sind die Kapitälchen. Dabei handelt es sich – wie bei Kursiv- oder Fettschnitten – um einen eigenen Schriftschnitt.

Alle Buchstaben erscheinen in der Form von Versalien, unterscheiden sich jedoch in der Proportion:
• Die eigentlichen Großbuchstaben bleiben unverändert.
• Die „kleinen Versalien“ (ersetzte Gemeine) sind verkleinert und orientieren sich in der Höhe an den Kleinbuchstaben.
• Der Grundstrich ist bei allen Zeichen gleichmäßig und meist kräftiger als bei normalen Versalien.

An dieser Gleichmäßigkeit der Strichstärken erkennt man echte Kapitälchen – im Gegensatz zu elektronisch erzeugten. Viele Layoutprogramme wie QuarkXPress oder Adobe InDesign bieten die Option, normalen Text automatisch in Kapitälchen umzuwandeln. Dabei wird jedoch lediglich der Kleinbuchstabensatz hochgestellt und skaliert. Das Ergebnis sind ungleichmäßig dünne Strichstärken und ein insgesamt disharmonisches Schriftbild.

Falsche Kapitälchen – ein typografisches Vergehen
Zwar tauchen elektronische Kapitälchen bisweilen auch in professionellen Anwendungen oder Werbekampagnen auf, doch erreichen sie nie die Eleganz und Balance echter Kapitälchenschnitte. Ihr Einsatz gilt daher in der Typografie als unsauber – vergleichbar mit künstlich schräggestellten („elektronisch kursivierten“) Schriften. Wer typografisch sorgfältig arbeiten möchte, sollte Kapitälchen ausschließlich in ihrer echten Form verwenden.


Kapitälchen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kapit%C3%A4lchen
Liniensystem (Typografie): https://de.wikipedia.org/wiki/Liniensystem_(Typografie)

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