Gebrochene Schriften

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Gebrochene Schriften entwickelten sich ab dem 12. Jahrhundert aus der gotischen Minuskel und wurden ab dem 14. Jahrhundert zur dominanten Buchschrift im deutschsprachigen Raum. Ihren Namen verdanken sie den „gebrochenen“ Rundungen. Ihre Verbreitung endete weitgehend im 20. Jahrhundert; ihre Instrumentalisierung durch die Nationalsozialisten belastet ihr Ansehen bis heute. Umgangssprachlich werden sie oft pauschal „Fraktur“ oder „deutsche Schriften“ genannt – die Fraktur ist jedoch nur eine Untergruppe.

Untergruppen:

  • Gotisch – stark gebrochene Rundungen, strenges Schriftbild. Beispiele: Fette Gotisch, Wilhelm-Klingspor-Gotisch.
  • Rundgotisch (Rotunda) – runder, weicher, weniger streng; vor allem im 14. Jahrhundert in Italien verbreitet. Beispiele: Linotext, Wallau (Rudolf Koch), Weiß-Rundgotisch, Duc de Berry, Clairvaux.
  • Schwabacher – ab dem 15./16. Jahrhundert in Süddeutschland; breiter und offener Duktus, charakteristisches rundes o. Häufig in der Lutherbibel verwendet. Beispiele: Renata, Alte Schwabacher.
  • Fraktur – ab dem 16. Jahrhundert, schlanker und eleganter als Schwabacher und Rotunda, wurde zur meistgenutzten Druckschrift. Beispiele: Fette Fraktur, Neue Fraktur, Walbaum-Fraktur.
  • Fraktur-Varianten – diverse Sonderformen, die sich keiner der genannten Gruppen eindeutig zuordnen lassen.

Gebrochene Schrift: https://de.wikipedia.org/wiki/Gebrochene_Schrift

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