Phase Kontrolle und Anpassung

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Die Phase Kontrolle und Anpassung bildet den abschließenden, aber keineswegs minder wichtigen Teil des Corporate-Identity-Prozesses. Während die vorangegangenen Phasen Analyse, Strategieentwicklung und Umsetzung die Markenidentität konzipieren und implementieren, geht es in dieser Phase darum, deren Wirkung zu evaluieren und kontinuierlich zu optimieren.

Wie Aaker (2012) treffend formuliert: „Brands are not built overnight – they require constant nurturing and adjustment to remain relevant.“

Diese Phase stellt sicher, dass die CI nicht als statisches Konstrukt, sondern als lebendiges System verstanden wird, das sich an veränderte Marktbedingungen, Zielgruppenbedürfnisse und interne Entwicklungen anpassen kann.

Fundierung

Die Notwendigkeit kontinuierlicher Kontrolle und Anpassung der Corporate Identity lässt sich aus mehreren wissenschaftlichen Perspektiven begründen:
• Markenmanagement: Keller (2013) betont, dass Markenwert nur durch konsequentes Monitoring und gezielte Weiterentwicklung erhalten bleibt.
• Organisationsentwicklung: Schein (2017) zeigt, dass Unternehmenskulturen – und damit auch Identitäten – dynamischen Veränderungsprozessen unterliegen.
• Kommunikationswissenschaft: Zerfaß (2008) weist auf die Bedeutung von Feedbackschleifen in der Corporate Communication hin.

Eine Studie von Hatch und Schultz (2008) belegt, dass Unternehmen, die regelmäßige CI-Evaluierungen durchführen, eine um 23% höhere Markenkonsistenz aufweisen als solche ohne systematische Kontrollmechanismen.

Die Autoren stellen fest: „The most successful companies treat their corporate identity as a living system that requires regular health checks.“

Methodische Schritte

Monitoring und Datenerhebung
• Quantitative Analysen: Marktforschungsdaten (Bekanntheit, Imagewerte), Webanalytics (Nutzerverhalten), Social-Media-Metriken
• Qualitative Erhebungen: Fokusgruppen, Experteninterviews, Mitarbeiterbefragungen
• Competitive Benchmarking: Vergleich mit Wettbewerbern (z.B. durch Brand-Tracking-Studien)

Beispiel: Coca-Cola führt regelmäßig globale Markenstudien durch, um die Wahrnehmung ihrer CI in verschiedenen Kulturen zu messen.

2.) Evaluierung der CI-Konsistenz
Interne Konsistenzprüfung: Werden CI-Richtlinien einheitlich angewendet? (Audits von Geschäftsausstattung, Kommunikation etc.)
• Externe Wahrnehmungsanalyse: Entspricht das Markenimage den strategischen Vorgaben?
• Gap-Analyse: Identifikation von Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Zustand

3.) Anpassungsstrategien entwickeln
•  Kosmetische Anpassungen: Feinjustierung von Designelementen (z.B. Facebooks subtile Logo-Überarbeitung 2019)
• Strategische Neuausrichtung: Bei fundamentalen Marktveränderungen (z.B. Burberrys Rebranding von klassisch zu modern-luxuriös)
• Krisenmanagement: Schnelle Anpassungen bei Imagekrisen (z.B. Volkswagens CI-Offensive nach Diesel-Skandal)

4.) Implementierung von Verbesserungen
• Priorisierung: Welche Anpassungen sind dringlich? (ROI-basierte Entscheidungen)
Change Management: Einbindung aller Stakeholder in Anpassungsprozesse
• Dokumentation: Aktualisierung der CI-Richtlinien und Styleguides

Herausforderungen und Best Practices

Praktische Herausforderungen in dieser Phase sind:
• Datenüberflutung: Fokus auf KPIs, die wirklich relevante Insights liefern (Kaplan & Norton, 2001)
• Change Resistance: Langsame Anpassungsgeschwindigkeit in großen Organisationen (Kotter, 2012)
• Ressourcenallokation: Budget für kontinuierliche CI-Pflege einplanen.

Best-Practice-Beispiel: IBM etablierte mit seinem „Brand Center“ eine zentrale Plattform für CI-Monitoring und -Steuerung, die tägliche Anpassungen ermöglicht.

Kontinuierlicher Prozess

Die Phase Kontrolle und Anpassung transformiert die Corporate Identity von einem Projekt zu einem kontinuierlichen Prozess. In Zeiten schnellen Marktwandels und digitaler Transformation wird diese Phase zunehmend zur strategischen Kernaufgabe. Unternehmen wie Google zeigen mit ihren regelmäßigen, datengetriebenen CI-Anpassungen, wie Markenidentitäten evolutionär weiterentwickelt werden können, ohne ihre Kernwerte zu verlieren.

Ressourcen & Quellen
Aaker, D. A. (2012). Building Strong Brands.
Keller, K. L. (2013). Strategic Brand Management.
Schein, E. H. (2017). Organizational Culture and Leadership.
Zerfaß, A. (2008). Corporate Communication. Gabler.
Hatch, M. J., & Schultz, M. (2008). Taking Brand Initiative.
Kaplan, R. S., & Norton, D. P. (2001). The Strategy-Focused Organization.
Kotter, J. P. (2012). Leading Change. Harvard Business Review Press.

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