Rollout und Implementierung

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Die fünfte und letzte Phase, Rollout & Implementierung, markiert den entscheidenden Übergang von der Theorie zur Praxis. In dieser Phase wird das entwickelte Corporate Design systematisch in der Organisation verankert und nach außen kommuniziert. Es handelt sich dabei nicht um einen einfachen Veröffentlichungsakt, sondern um einen komplexen Transformationsprozess, der sorgfältige Planung und Steuerung erfordert.

Wie Kotter (2012) betont: „Eine Veränderung ist erst dann erfolgreich, wenn sie im täglichen Handeln der Organisation sichtbar wird.“

Fundierung der Implementierungsphase

Forschungsergebnisse des Design Management Institute (2021) zeigen, dass 68% aller Rebranding-Projekte scheitern, weil sie in der Implementierungsphase unzureichend geplant oder umgesetzt werden. Eine Studie der Universität St. Gallen (Müller-Stewens & Däfler, 2022) belegt dagegen, dass Unternehmen mit einem strukturierten Rollout-Plan eine 40% höhere Akzeptanzrate bei Mitarbeitern und eine 32% schnellere Markenwirkung bei Kunden erreichen.

Wichtige Schritte

  1. Priorisierung und Phasierung der Maßnahmen
    Entwicklung eines realistischen Zeitplans mit Meilensteinen.
    • Klare Priorisierung nach:
    Geschäftskritischen Anwendungen (z.B. Kundenkommunikation)
    Kostenintensiven Umstellungen (z.B. Fahrzeugbeschriftung)
    Sichtbarkeit (z.B. digitale Touchpoints vor internen Dokumenten)
  2. Interne Kommunikation und Schulung
    • Durchführung von Workshops für alle Abteilungen.
    • Erstellung von FAQ-Dokumenten und Schulungsvideos.
    • Benennung von Design-Botschaftern in jeder Abteilung.
    • Implementierung eines Helpdesks für Designfragen.
  3. Technische Umsetzung
    • Migration digitaler Assets (Templates, Bibliotheken)
    • Anpassung von CMS- und CRM-Systemen.
    • Koordination mit externen Dienstleistern. (Druckereien, Werbeagenturen)
  4. Externe Kommunikation
    • Gestaffelte Einführung je nach Zielgruppe.
    • Begleitende PR- und Marketingkampagne.
    • Kundenkommunikation über den Relaunch.
  5. Qualitätssicherung und Monitoring
    • Regelmäßige Audits der Designanwendung.
    • Feedback-Mechanismen für Mitarbeiter und Partner.
    • Anpassung des Styleguides basierend auf Praxiserfahrungen.
    • Erfolgsmessung anhand definierter KPIs. (Wiedererkennung, Konsistenz)

Kritische Erfolgsfaktoren

Leadership Commitment: Sichtbare Unterstützung durch die Führungsebene.
Change Management: Systematische Begleitung des Veränderungsprozesses.
Ressourcenplanung: Ausreichende Budget- und Personalkapazitäten.
Flexibilität: Bereitschaft für iterative Anpassungen.

Praktisches Beispiel:

BMW i Submarke – Der Rollout des BMW i Designs wurde über zwei Jahre phasenweise umgesetzt – beginnend mit Konzeptfahrzeugen auf Automessen, über schrittweise Anpassung der Kommunikation bis hin zur vollständigen Integration in alle Vertriebskanäle. Dieser gestaffelte Ansatz ermöglichte eine natürliche Markenadaption durch die Zielgruppe.

Ungespieltes Meisterwerk

Die Implementierungsphase entscheidet über den tatsächlichen Erfolg des gesamten Corporate Design Prozesses.

Wie Wheeler (2019) treffend formuliert: „Ein großartiges Design, das nicht konsequent umgesetzt wird, ist wie ein ungespieltes Meisterwerk – es existiert theoretisch, entfaltet aber keine Wirkung.“

Erst durch einen strukturierten, ressourcengesicherten und kommunikativ begleiteten Rollout wird die investierte Vorarbeit tatsächlich wertschöpfend.

Ressourcen & Quellen:
Kotter, J. (2012). Leading Change.
Design Management Institute (2021). Design Value Index Report
Müller-Stewens, G. & Däfler, T. (2022). Strategische Markenführung.
Wheeler, A. (2019). Designing Brand Identity.

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