Konzeptentwicklung

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Nach Abschluss der Analyse- und Strategiephase folgt die Konzeptentwicklung, in der die abstrakten Erkenntnisse in konkrete Designleitplanken übersetzt werden. Diese Phase bildet die Brücke zwischen Theorie und Praxis – sie definiert den visuellen und emotionalen Rahmen, innerhalb dessen das spätere Design entsteht. Ohne ein klares Konzept drohen Inkonsistenzen, mangelnde Zielgruppenansprache oder ein unausgereifter Markenauftritt.

Fundierung der Konzeptentwicklung:
Laut Schein (2010) ist ein Corporate Design „die visuelle Manifestation der Unternehmensidentität“ – das Konzept stellt sicher, dass diese Manifestation strategisch fundiert ist. Es geht nicht um ästhetische Willkür, sondern um eine systematische Ableitung aus den zuvor definierten Markenwerten, Zielgruppenbedürfnissen und Wettbewerbsdifferenzierungen.

Eine Studie der Universität St. Gallen (Müller-Stewens & Lechner, 2016) zeigt, dass Unternehmen mit einem klar dokumentierten Designkonzept eine 40 % höhere Markenpräferenz bei Konsumenten erreichen als solche, die direkt in die Entwurfsphase springen. Dies unterstreicht, dass Konzeptentwicklung kein optionaler Schritt, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.

Wichtige Schritte

  • Definition der Designprinzipien
    Basierend auf den Ergebnissen der Analysephase werden zentrale Gestaltungsmaximen festgelegt. Dazu gehören: A.) Emotionale Wirkung (Soll das Design seriös, innovativ oder lebendig wirken?). B.) Visuelle Kernattribute (Farbpsychologie, Typografie-Hierarchien, Bildstil)
    Beispiel: Eine Nachhaltigkeitsmarke entscheidet sich für organische Formen, erdfarbene Paletten und eine handgeschriebene Typografie, um Authentizität zu vermitteln.
  • Moodboard-Erstellung
    Visuelle Collagen aus Farben, Bildern, Texturen und Referenzdesigns verdichten das Konzept. Tools wie Adobe Spark oder Pinterest-Boards helfen, abstrakte Ideen greifbar zu machen.
  • Leitmotiv- und Storyentwicklung
    Ein narratives Element (z. B. „Vom Handwerk zur Innovation“) schafft Kohärenz. Burmann (2018) betont: „Eine Marke braucht eine Story, keine bloßen Claims.“
  • Grobskizzen (Scribbles/Wireframes)
    Low-Fidelity-Entwürfe von Logos, Layouts oder Key Visuals testen die Machbarkeit des Konzepts – ohne bereits in Detaildesign zu investieren.
  • Interne Validierung
    Workshops mit Stakeholdern (Marketing, Führungsebene) sichern ab, dass das Konzept Markenstrategie und Unternehmensziele widerspiegelt.

Praktisches Beispiel

Apples Designkonzept der „Simplicity“ (abgeleitet aus der Markenstrategie) führte zu klaren Linien, reduzierter Typografie und einer monochromen Basis mit Akzentfarben – ein durchgängiges Prinzip seit den 2000er-Jahren.

Kohärente Aussage

Die Konzeptentwicklung ist die Phase, in der Strategie Gestalt annimmt. Sie verhindert, dass das Design zu einem dekorativen Element wird, und stellt sicher, dass jedes spätere Element – vom Logo bis zur Website – eine kohärente Aussage trifft.

Ressourcen & Quellen:
Schein, E. H. (2010). Corporate Culture and Leadership.
Müller-Stewens, G., & Lechner, C. (2016). Strategisches Management.
Burmann, C. (2018). Identitätsbasierte Markenführung.

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